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Wer glaubt, die Verwendung von Heilpflanzen sei etwas für
Kräuterweiblein und auf Abwege geratene Heilpraktiker, wird
sich überrascht zeigen, wie hoch der Anteil an
wissenschaftlicher Forschung ist, der diesem Bereich gewidmet wird. So
wählt etwa der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte
der Arzneipflanzen“ an der Universität
Würzburg jedes Jahr die „Arzneipflanze des
Jahres“. Damit eine Pflanze diese hohe Ehrung
erhält, reicht das subjektive Empfinden von Patienten, dass
sie ihnen irgendwie geholfen habe, eine Erkrankung zu
überwinden, nicht aus.
Die Wirkungsweise der Pflanze muss einer wissenschaftlichen
Überprüfung statthalten, auch sollte ihr Nutzen in
der Medizingeschichte bereits über längere
Zeiträume dokumentiert worden sein. Zur Arzneipflanze des
Jahres wurde 2011 die Passionsblume gewählt, der lindernde
Wirkung bei nervösen Erkrankungen und bei Störungen
im Magen-Darm-Bereich nachgesagt wird. Vorgänger der
Passionsblume als Arzneipflanze des Jahres war der Efeu (2010), der bei
Erkrankungen des Bronchialapparates und der Atemwege eingesetzt wird.
Weitere
Arzneipflanzen des Jahres waren:
• der Fenchel (2009) zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden;
• die weiße oder gemeine Rosskastanie (2008), deren
Samen Aescin enthalten, das krampflösend und
entzündungshemmend wirkt;
• der Hopfen (2007) für seine beruhigende Wirkung;
zudem wird Hopfen als Mittel der Krebsprävention
erforscht;
• der Thymian (2006), für seine
auswurffördernde und krampflösende Wirkung bei Husten
und
Bronchialerkrankungen;
• die Artischocke (2003) für ihre lindernde Wirkung
bei dyspeptischen Beschwerden;
• die Arnika (2001), aufgrund ihrer wundheilenden Wirkung.
Auch Arzneikürbis, Pfefferminze, stechender Mäusedorn
und Buchweizen standen bereits auf der Liste der vom
Würzburger Institut geehrten Arzneipflanzen des Jahres. Die
Gesamtliste findet sich auf den Internetseiten der Universität
Würzburg.